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Die Bilder gibts hier
25.08.05, Donnerstag, Anreise
Am 25.08.2005 geht’s endlich los Richtung Elba. Elke, Robin und ich sitzen um 10.00 im Auto und überraschender Weise sind alle so motiviert, dass es in einem Rutsch in die Nähe von Piombino geht. Trotz Sperrung der Gotthardt-Verbindung sind wir in ca. 9 Stunden unten. In Castagneto verbringen Susanne, Rainer und ihre Kinder Julia und Danja bereits Urlaub in einer tollen Ferienwohnung mitten in einem Olivenhain. Mit Hilfe ihres Vermieters finden wir tatsächlich in der überfüllten Gegend ein Hotelzimmer. Dieses liegt zwar direkt an der Hauptstrasse mit Blick auf die Autobahn und die Bahngleise, hat aber Klimaanlage was den Temperaturschock etwas abmildert.
Beim feinen italienischen Abendessen beschließen wir, am Freitag einen gemeinsamen Badetag einzulegen.
26.08.05, Freitag, Badetag
Nach einem typisch italienischen Frühstück holen wir die anderen gegen 10.00 zum Baden ab. Hier können wir zum ersten Male life miterleben, dass die Hälfte der Familie offensichtliche Langschläfer sind. Das gibt Elke Zeit Olivenöl direkt vom Produzenten zu kaufen. Der überredet sie auch gleich noch eine Flasche Wein mitzunehmen, da er nur 2er Kartons hat.
Nach kurzer Zeit am schönen, aber leider schattenlosen Strand bei prächtigstem Badewetter zeigen sich trotz 30iger Sonnenschutz erste Rötungserscheinungen. Da Danja und Rainer offensichtlich nicht genug von Sonne und Strand haben, baden die zwei weiter und der Rest macht sich zum Stadtbummel nach San Vincenzo auf. Leider gibt’s hier auch keine Patronen für Kinderrettungswesten, dafür aber feine Segelsandalen. Nach Abschluss eines intensiven Besuchs sämtlicher vorhandener Einkaufsmöglichkeiten durch meine weibliche Begleitung werden die 2 Badenden herbeordert, um in der Fußgängerzone zu Abend zu essen.
27.08.05, Samstag, Übernahme
Im Konvoi geht’s zum Fährhafen nach Piombino. Unterwegs kaufen Elke und Rainer die Fährtickets für eine Schnellfähre, da bei den normalen Fähren mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Nach kurzer Fahrt sind wir auf Elba und ich wundere mich beim Einlaufen in den Hafen, wie sehr sich die Stadt in so kurzer Zeit so verändern kann. Bis beim Aussteigen klar wird, dass wir nicht in Portoferraio sondern in Rio Marina angekommen sind. Aber immerhin Elba ! Da ich keine Karte habe, wird also das gute alte Navi angeschmissen und eine nette ungewollte Inselrundfahrt gemacht.
Meine Version: Kurz vor dem Ziel fällt es auch Seinemeyers auf, die alles auf ihrer Karte mitverfolgt haben, mich aber erst nach einer Ewigkeit anhalten und meinten, wir sollen jetzt doch mal so langsam ankommen.
Susannes Version: Susanne im anderen Auto, die - wie immer, wie ich später erfuhr - eine Landkarte der Gegend mit sich führt, merkt sofort die Ungereimtheiten zwischen unserer Fahrtrichtung und den Sollwerten auf der Karte, vertraut aber offensichtlich meinem souveränen Auftreten und will nicht die spontane Sightseeingtour vorzeitig durch unqualifizierte Bemerkungen unterbrechen. Bis sie uns dann doch zum Anhalten bringen, haben wir den größten Teil von Elbas Straßennetz bereits besichtigt und erreichen bald darauf (nach etwa 50 km zurückgelegter Strecke) die etwa 8 km entfernte Portoferraio. Rainer S. kann sich die Äußerung nicht verkneifen, daß ich in meiner grenzenlosen Technikgläubigkeit wahrscheinlich über die Kaimauer fahren würde, wenn nur mein Navi dies befehlen würde!
Als wir trotz allen Widrigkeiten gegen 15.00 am Yachthafen ankommen, ist unser Schiff schon zur Übernahme bereit. Es werden keine Mängel festgestellt und wir können schon bald einziehen. Nur das Umparken vom Supermarktparkplatz aufs Hafengelände gestaltet sich etwas zeitintensiver, da die Strassen durch die auf die Fähre Wartenden komplett überlastet und dicht sind. Deshalb wird der Großeinkauf auch direkt mit den drei Einkaufswägen aufs Schiff gebracht.
28.08.05, Sonntag, Manövertag
Elke hat nachts festgestellt, dass unser Bordbarometer auch nett piepsen kann. Aha – deshalb haben unsere Vorgänger die Batterien entfernt. Kurz nach dem Frühstück kommt Stützpunktleiter Andy ohne Ersatzbarometer, aber mit der Wettervorhersage für die Woche. Super Badewetter, aber so gut wie kein Wind. Nur heute, ausgerechnet heute soll es Gewitter geben und er rät uns dringend, nicht auszulaufen. Schade, aber kein Beinbruch. Also wird erstmal ein Hafenbummel eingelegt. Die im Altstadthafen liegende „Wind Star“, ein Viermaster-Kreuzfahrtschiff, gilt es zu bestaunen. Das sind schon etwas andere Dimensionen als auf unserer „Go East“. Als aber gegen 14.00 kein Wölkchen mehr am Himmel zu sehen ist, beschließen wir zum Manövertraining und zum Baden auszulaufen. Schon der erste Ankerversuch in der Bucht von Nisportino klappt problemlos. Durch den Schwell der Fähren haben wir sogar Wellen. Das Wasser und das Dingi werden ausführlich getestet. Die Kinder sind von Beidem nur mit Mühe loszueisen. Und das Anlegemanöver gegen 17.30 im Yachthafen läuft super. Immerhin waren wir 9,5 sm unterwegs. Da ich im Anflug geistiger Umnachtung den Spifall, an dem das Dingi transportiert wurde, nicht festgemacht habe, kamen die Kinder noch in den Genuss, es mit Hilfe des Bootsmannsstuhl aus den Wanten zu befreien.
29.08.05, Montag, Marciano Marina Erster Versuch
Gegen 11.00 verlassen wir den Hafen Richtung Norden. Der Wind entspricht der Ankündigung, also nahezu nicht vorhanden. Geankert wird in der Bucht von Biodola. Leider ist der Strand von Porticciolo aber nicht wirklich sauber und wir machen uns bald auf Richtung Marciano Marina. Endlich etwas Wind und die ersten Delfine werden gesichtet. Es scheint aber immer noch Hochsaison zu sein, so dass wir keinen Liegeplatz finden. Da für die Nacht Wind aus nördlichen Richtungen angesagt ist, bieten die Buchten keinen ausreichenden Schutz, so dass wir wieder nach Portoferraio segeln, wo wir nach immerhin 22 sm gegen 20.00 ein nahezu perfektes Anlagemanöver hinliegen. Nur Fender sollten nicht nur gerichtet, sondern auch irgendwann an der Schiffswand hängen und nicht auf Deck liegen bleiben. Aber man lernt ja nie aus.
30.08.05, Dienstag, Porto Azzurro
Eigentlich steht heute Capraia auf dem Programm. Als wir um 10.15 ablegen passt der Wind auch prima. Kaum sind wir aber vom Land entfernt, schläft er gegen Mittag vollständig ein. Also Planänderung. Unter Motor geht’s an die Ostküste in die Bucht von Cavo. Hier liegen wir ruhig und ohne Schwell. Das Wasser ist klar, man kann das Seegras beim Ankern deutlich sehen. Susanne, Rainer und Danja gehen an Land und genießen den Strand von Cavo. Julia und Robin schnorcheln vom Schiff aus. Nach einiger Zeit schwimmt Julia an den Strand zu ihren Eltern. Hut ab ! Als alle wieder an Bord kommen, haben sie Eis dabei. Wir sind in Italien. Gegen 16.00 wird der Anker gelichtet und Fahrt aufgenommen gen Porto Azzurro. Um 18.50 laufen wir nach 22 sm in Porto Azzurro ein und lassen bei einem guten Abendessen und einen kleinen Stadtbummel den Flair der Stadt auf uns einwirken. Unser einziger Fremdhafen lässt sich auch teuer bezahlen – 78,- € kosten die Liegegebühren. Dafür haben uns die Jungs vom Hafen dann auch bei den Achterleinen geholfen. Dabei lässt Elke allerdings auch eine wieder fallen. Auch hier kann man nur dazu lernen.
31.08.05, Mittwoch, Bastia oder Marciano Marina, zweiter Versuch
Wir kommen tatsächlich um 08.00 los und fahren unter Motor gen Westen. Gegen 09.15 kommt im Golfo Stella tatsächlich Wind auf und wir segeln zügig nach Fetovaia. Jedoch ist die Bucht ziemlich eng besetzt, so dass der Badestop ausfällt und wir weiter segeln. Da mir die Windsituation zu unsicher ist und ich das Motoren nach Korsika vermeiden will, wird der Kurs Richtung Capraia geändert und wir segeln mit ordentlichem NNW-Wind an der Ostküste Elbas entlang. Dummerweise liegt Capraia in NNW. Durch das ständige kreuzen verlieren wir sehr viel Zeit und die Kinder die Lust am Segeln. Da auch keine Badebucht auf dem Weg liegt, möchte ich früh in Marciano Marina einlaufen, um am Stadtstrand den Abend zu genießen. Die Stege der Yachtclubs sind alle reserviert aber die freundlichen Herren mit den roten T-Shirt meinen, im Bereich der Fischer sei noch Platz. Also alles fertig für das erste Mal anlegen mit Buganker. Die Yacht vor uns versucht es etliche Male vergeblich. Auch die Bemühungen eines Crewmitglieds im Hafenbecken schwimmend ein störendes Dingi zu entfernen bringen nichts. Sie lassen uns den Vortritt. Trotz Seitenwind bekomme ich die richtige Position zum Anker werfen – will gerade das Kommando geben – da taucht die Küstenwache auf und weist nett daraufhin, dass wir da nicht anlegen dürfen. Da wieder nördliche Winde angesagt sind, bleibt nicht anderes übrig, als wieder nach Portoferraio zu motoren. In der Bucht starten die Vorbereitungen zum Anlegemanöver. Sieht alles ziemlich gut aus. Im Geiste gehe ich nochmals alle Punkte durch. Sogar die Fender sind im Wasser. Am Hafeneingang werde ich dann höflich von der Crew gefragt, ob ich tatsächlich mit gesetztem Großsegel anlegen möchte. Man lernt eben nie aus.
Nach einem langen Tag mit 40 sm, viel segeln und keinem Baden sind alle erschlagen, aber keiner nörgelig. Tolle Kinder haben wir dabei.
01.09.05, Donnerstag, Porto Azzurro, zweiter Versuch
Die Woche geht zu Ende, Elba wurde von uns in zwei Tagen umrundet, Korsika, Capraia und das Festland sind jetzt zu weit weg, um am Freitag wieder einigermaßen rechtzeitig am Liegeplatz zu sein für die Schiffsübergabe. Also wird – nicht nur – den Kindern zu liebe ein Badetag eingelegt. Und da uns die Bucht bei Cavo so gut gefallen hat, geht’s da noch einmal hin. Diesmal liegen wir bei ablandigem Wind vor Anker und die Ausflugsboote bringen ab und zu Schwell mit. Aber das Wasser ist wieder klar und alle haben Spaß am Schnorcheln. In Erinnerung an die klassische Elba-Runde wird das Baden abgebrochen und mit der Befürchtung Porto Azzurro angesteuert, dass da heute vielleicht noch mehr Yachten hin wollen. Bei tollem ablandigem Segelwind können wir das erste Mal richtig Fahrt machen. Mit halbem Wind und 6 kn werden wir schräg genug, dass die Kinder vor den Fenstern hocken und auf Fische warten. Gegen 18.00 laufen wir in die Bucht von Porto Azzurro. Hier sind sehr viele Segler draußen und die Motoryachten pfeifen uns links und rechts um die Ohren um mit Highspeed in das Hafenbecken einzufahren. Uns schwant übles. Aber im Hafen sind noch viele Plätze frei – dachten wir, bis wir beim Anlegen Kabeltrommeln bemerken. Offensichtliche Platzhalter. Auf Anfrage beim Hafenmeister heißt es nur „completo“. Also wieder zurück zum Liegeplatz in Portoferraio. Mit Humor wird noch kurz diskutiert „mit oder gegen den Uhrzeiger“ und schon sind wir wieder mit schönstem Segelwind in Schräglage – ostwärts, also gegen den Uhrzeiger. Ich versuche hart am Wind zu fahren, damit die Kinder ihre Fische zu sehen bekommen, aber die Böen sind einfach zu heftig. Schließlich müssen wir sogar die Segel reffen. Im zweiten Reff, bei 4 bft. laufen wir jetzt auf Halbwindkurs 5-6 kn. Komisch, letztes Jahr konnte man mit dem gleichen Schiff bei höheren Windgeschwindigkeiten noch Vollzeug fahren und wir erreichten 9,6kn Fahrt. Beim Segeltrimmen lernt man wohl auch noch dazu.
Auf Höhe Cavo wird es langsam dunkel. Zuerst die Kinder, dann die Erwachsenen packen sich warm ein, legen Schwimmwesten an und picken sich ein. Jetzt kann man nach den Kennungen der Leuchttürme und Leuchtfeuer Ausschau halten. Als wir in die Bucht von Portoferraio kommen, finden wir hier Seegang bis zu 1m Höhe vor, der offensichtlich als Dünung querab einläuft. Das Rollen bringt sogar Robin dazu, seine Kabine zu verlassen um was gegen Seekrankheit zu tun. Mittlerweile ist es so dunkel, dass wir sehen können, das Top- und Backbordlicht defekt sind. Also Signalhorn und Suchscheinwerfer ins Cockpit holen, damit uns keine Fähre zu nahe kommt. Auf der Backbordseite vorbeifahrende Segler geben uns freundlich Lichthupe. Ja, wir wissen, dass man uns nicht sieht! Glücklicherweise fahren die Fähren an unserer Steuerbordseite vorbei.
Die Bucht von Portoferraio ist sehr gut befeuert. Scoglietto, Capo Bianco und Portoferraio selbst sind gut zu sehen und der Fährhafen gibt mit seinem Flutlicht zusätzliche Informationen. Gegen 22.00 legen wir an unserem Stammplatz an. Das Anlegemanöver klappt mittlerweile wie aus dem Lehrbuch! Und es sind 29 sm dazu gekommen.
02.09.05, Freitag, Baden und Übergabe
Heute ist faulenzen angesagt! Baden in der Bucht von Portoferraio am Spiaggio d’Ottone. Leider müssen wir schon früh wieder weg, weil die Übergabe des Schiffes für 18.00 angekündigt ist. Ist aber gerade rechtzeitig, bevor der Anker endgültig nicht mehr hält. Wie war das noch mal mit dem Lernen?
Unseren Liegeplatz finden wir mittlerweile halb blind, die Fender sind draußen, die Segel drinnen, Mooring und Achterleinen klappen auf Anhieb. Irgendwie haben wir in dieser Woche doch etwas gelernt.
Leider muss das Schiff jetzt geräumt werden. Unter heißesten Bedingungen schleppen wir unsere Habseligkeiten wieder in die Autos. Die Kinder versuchen Krabben zu fangen. Resultat: 2 verlorene Leinen, die Erkenntnis, dass Krabben Traubenstiele lieber mögen als Wurst und keine Krabbe.
Bei der Übergabe rät uns der Stützpunktleiter noch den gleichen Abend die Fährtickets zu kaufen. Gute Idee. Am Schalter erfahren wir nämlich, dass Toremar schon komplett ausgebucht und bei Moby Lines nur noch Platz auf den Fähren um 06.30 und 17.00 ist. Frühaufstehen ist also angesagt.
Trotzdem geht es zum Abschluss noch in die Altstadt von Portoferraio, wo wir in einer ruhigen Nebenstrasse gut essen und zu spät merken, dass wir mitten in einem Deutschennest gelandet sind. Der Rückweg führt uns am Altstadthafen vorbei, wo gerade der große Corso beginnt. Hier hört man kein einziges deutsches Wort. Scheinbar sind die Touristenfutterstellen in Italien nicht an der Hauptstraße positioniert. Diesen Platz beanspruchen die Einheimischen für sich. Auch hier sind wir sehr lernwillig.
03.09.05, Samstag, die Rückfahrt
Der Wecker klingelt um 05.00. Im Wachkoma und unter Protest einiger jüngerer Crewmitglieder werden die letzten Sachen gepackt und das Schiff verlassen. Nach einer halben Stunde wilden Parkens am Fähranleger können wir dann auf der Überfahrt zum Festland endlich frühstücken. Italienisch, Hörnchen und Kaffee.
Bis Pisa fahren wir gemeinsam gen Deutschland, dann trennen sich die Wege. Seinemeyers fahren über den Brenner, nicht ohne vorher noch einen Reifenwechsel durchzuführen. Scheinbar ist der Fährhafen nicht frisch gefegt gewesen. Elke, Robin und ich fahren bei schönstem Wetter über den Gotthardt. Eigentlich stehen wir nur vor den Mautstellen und an den Grenzen wirklich, aber es ist insgesamt so viel Verkehr, dass wir 10 Stunden brauchen, bis wir wieder in Freiburg sind. _Das_ Bier zischt.
Resumee:
Der Törn war als Bade- und Urlaubstörn und nicht auf Meilenfressen angelegt. Gerne hätte ich jedoch in unterschiedlichen Häfen und Buchten übernachtet, aber die Windsituation und die Überfüllung der Häfen sprachen leider dagegen. Die Truppe hat super harmoniert und wir hatten viel Spaß. Jederzeit gerne wieder, wobei ich in den Sommerferien erstmal ein anderes, geeigneteres Revier ausprobieren möchte.
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