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Mallorca 06

Das war die Planung: Zur Planung

Und das ist dabei rausgekommen:

Am 25.03.2006 um 02.00 Uhr war es endlich soweit. Start zum ersten Törn im Jahre 2006. Leider hat Peter aus gesundheitlichen Gründen noch abgesagt, aber es geht im wieder besser. Mitten in der Nacht aufstehen, Elke und Siggi einladen und dann zu Susi und Thilo. Viel zu früh am Flughafen, frühstücken und um 08.00 Uhr waren wir schon auf Mallorca. Da wir keine 2 Stunden auf Angie und Armin warten wollten sind wir gleich mit Taxis zum Stützpunkt von Vivacharter gefahren. Meine Überraschung war groß als es hieß, dass das Schiff schon zur Übernahme bereit wäre. Übergabecheck ohne bemerkenswerte Mängel. Die Mitarbeiter waren sehr bemüht und freundlich.

Als Angie und Armin mit dem Leihwagen eintrafen konnten Susi, Siggi und Armin gleich zum einkaufen starten. Der Rest genoss nach der Übergabe die Sonne auf der Hafenterrasse. Sonnenbrandwetter deutete sich an. Die Einkaufsaktion verlängerte sich doch leicht, so dass wir erst gegen 17.00 Uhr zum ersten Probeschlag aufbrechen konnten. Die Manöver klappten ziemlich gut.

Dank Armins Ortkenntnissen gabs zum Abendessen eine geniale Tappaorgie. Da alle noch angeschlagen vom frühen aufstehen waren, man wird halt doch älter, gings früh in die Koje.

Am Sonntag auslaufen Richtung La Rapita. Schwacher Wind bei blauem Himmel. Natürlich nicht ohne in die Cala Pi einzulaufen. Ein richtig schönes Fleckchen. Nur würde ich mit diesem Dickschiff dort nicht übernachten wollen. Die Ausfahrt wäre dann wohl dicht. La Rapita ist ein ziemlich schmuckloser Hafen ohne nette Kneipen. Also wurde an Bord was Feines gezaubert. Nur Angie und Armin nahmen den Fußmarsch zum Fischrestaurant in der Stadt auf sich.

Montags wars dann etwas bewölkt und leider auch kälter. Immer noch schwacher Wind, also optimal zum Genaker ausprobieren. Dieser wurde nur noch Peter genannt, da er Peters freie Kabine benutzen durfte. Die Vorbereitungen dauerten eine Weile aber schlussendlich konnten wir das bunte Tuch setzen. Leider wars aber kein Genacker oder Blister, sondern ein symetrisch geschnittener Spinnaker, so dass ich mich schwer tat das Teil aus der Abdeckung der Groß zu bekommen. Leider war auch kein Baum oder Bugspriet an Bord. Plötzlich tauchten Susi und Robert auf und machten Beweisfotos vom gesetzten Peter. Sie hatten auf Cabrera übernachtet und steuerten die gleich Richtung, allerdings unter Motor, an. Dann kam was kommen musste: die Eieruhr. Und zwar nicht nur einmal mit dem Vorstag vertörnt sondern richtig. Und das auch noch unter den Genuaschoten. Also aufs Vorschiff und kräftig arbeiten. Armin durfte dabei langsame Kreise unter Motor fahren, was den Mägen der Crew offensichtlich nicht zuträglich war.

Dann kurzen Abstecher in die Cala Figuera und den staunenden Touris an den Uferrestaurants zuwinken. Weiter zum Tagesziel Cala d´Or. Per Funk nen Liegeplatz bebucht. Und dann mit flauem Gefühl im Magen das betonte Fahrwasser und den engen Hafen bis ganz nach hinten gefahren. 20 cm unter Kiel ist nicht wirklich witzig. Dafür gabs aber einen wunderschönen Hafen, feines Eis, Apotheken mit Anti-Schlechtwerdmitteln, super Duschen und geniales Abendessen.

Am Dienstag war Cabrera unser Ziel. Die im Hafen schon ca. 10 kn Wind war, haben wir nicht das ganze Tuch gesetzt, was auch richtig war. Es wurde ein netter Segeltag mit bis zu 28 kn Wind aus NW, leider ziemlich frisch und die nahenden Wolken verhießen nichts Gutes. Das Ruder war unglaublich schwergängig, so dass es unmöglich war den normalen vom tatsächlichen Ruderdruck zu unterscheiden. Also zu hoch wollte ich deswegen nicht am Wind laufen, so dass wir uns Cabrera zwar näherten, es aber durch die Kreuzerei noch ziemlich lange gedauert hätte. Also Umplanung. Neues Ziel Cala d´Or. Das Essen war einfach zu gut.

Mittwochs gabs dann viele Wolken und kein Wind. Also ewig Richtung Pta. Salinas motort. Dann die Abstimmung über den Übernachtungsort, die zu Gunsten von Palma ausfiel. Auf Höhe La Rapita konnten wir dann tatsächlich Segel setzen. Nur der Peter blieb wegen Am-Wind-Kurs in der Kabine.

Ohne Wind begann auch der Donnertag. Mit Motor Richtung Port d´Andraitx. Bei der Umrundung von Dragonera kam dann tatsächlich netter Wind auf. Eigentlich wollte ich dann unter Segel in die Hafeneinfahrt kommen, aber die Crew misstraute meiner Winddrehungsprognose und wollte die Insel nicht im Abstand von gut 10 Meter passieren. Meuterei ! Um La Mola kam dann eine dichte Nebelwand auf uns zu. Die Hoffnung die Hafeneinfahrt ohne Nebel anzusteuern löste sich schnell in Luft auf. Also zügig Segel bergen, Postionslichter an und Tröten. Leider kam bereits vor dem ersten Tröt eine Motoryacht mit Volldampf auf uns zugeschossen. Er hat sich wahrscheinlich genauso erschrocken und zog ca. 20m vor uns heftig nach steuerbord. Kaum hatten wir die Hafeneinfahrt passiert war der Nebel auch schon weg. Unser Liegeplatz war auch wieder ganz hinten und ziemlich eng. Außerdem meinte der Nachbar das Fender unnötig sind. Wegen der Windrichtung musste ich auch noch gegen den Radeffekt einparken. Und da die Murings offensichtlich bis zur Hafenmitte reichten bleib ich tatsächlich an Nachbars Leine hängen. Mit der freundlichen Hilfe des Marineros waren wir aber schnell wieder frei und legten dann doch noch super an. Susi und Robert warteten schon. Auch hier war Armins Restauranttip wieder erste Sahne.

Am Freitag dann mit ca. 10kn Wind und spiegelglatter See wieder Richtung Palma. Als Freizeitgestaltung fuhren wir dann Sandwich-über-Bord-Manöver mit Q-Wende. Aber die Fische waren schneller. Auch das Anlegemanöver in Palma war sehenswert. Offensichtlich dürfen blonde Frauen keine Muring machen, denn kaum warn wir in Sprungweite wurden wir geentert und den Frauen die Taue entrissen. Als ich mich dann auch noch weigerte die Muring so zu spannen dass der Bug nach unten gezogen wurde, wurde auch ich vom Steuerstand verdrängt. Und die Klampen wurden von den Jungs auch noch falsche belegt. Die Übergabe und das Ausräumen waren recht schnell erledigt. Zum Ausklang gabs dann nochmals Tapas und einen Absacker in einer genialen Bar.

Am Samstag dann wieder Mitten in der Nacht aufstehen und um 12.00 Uhr waren wir dann schon wieder in Freiburg.

Es war ein netter Törn mit Spitzen Crew. Leider war es etwas kühl und ein wenig mehr Wind wäre auch nicht schlecht gewesen. Auch die Gegend ist toll. Mallorca – gerne wieder.

Ein paar Bilder gibts hier: Zu den Bilder